Equity Kicker
Ein Equity Kicker ist eine erfolgsabhängige Zusatzvergütung, die ein Kapitalgeber neben dem Zins erhält – etwa eine Beteiligung am Wertzuwachs oder Veräußerungsgewinn. Er ist ein typisches Element eigenkapitalnaher Mezzanine-Finanzierungen.

So funktioniert der Equity Kicker
Der Equity Kicker koppelt einen Teil der Kapitalgebervergütung an den Projekterfolg: Statt eines höheren laufenden Zinses erhält der Kapitalgeber eine Erfolgsbeteiligung, die erst bei Verkauf oder Wertrealisierung fällig wird. Für den Projektträger senkt das die laufende Zinslast in der kapitalintensiven Phase; im Erfolgsfall teilt er dafür einen Teil des Gewinns.
Ausgestaltet wird der Kicker unterschiedlich – als prozentuale Beteiligung am Veräußerungsgewinn, als Wertsteigerungskomponente oder als Wandlungsrecht. Er findet sich häufig bei partiarischen Darlehen und Mezzanine-Strukturen mit hohem Renditepotenzial.
Wirkung auf Kondition und Struktur
Der Equity Kicker verschiebt Risiko und Ertrag: Der Kapitalgeber akzeptiert einen niedrigeren Basiszins und partizipiert dafür am Erfolg. Das ist attraktiv für Projekte mit hoher, aber unsicherer Marge. Bei der Gesamtkostenbetrachtung muss der erwartete Kicker eingerechnet werden – ein niedriger Schaufensterzins kann durch eine hohe Erfolgsbeteiligung teurer werden als ein höherer Festzins. Details zur Konditionslogik im Ratgeber Mezzanine Kapital Zinssatz.
Das Wichtigste in Kürze
- Was: erfolgsabhängige Zusatzvergütung neben dem Zins.
- Fällig: meist bei Verkauf oder Wertrealisierung.
- Vorteil: senkt die laufende Zinslast.
- Achtung: gehört in die effektive Gesamtkostenrechnung.
Ausgestaltung des Equity Kicker
Der Equity Kicker kann auf verschiedene Weise strukturiert werden. Häufig ist eine prozentuale Beteiligung am Veräußerungsgewinn des Projekts – der Kapitalgeber erhält bei Verkauf einen definierten Anteil des über einer Schwelle liegenden Gewinns. Alternativ wird eine Wertsteigerungskomponente vereinbart, die an die Differenz zwischen Einstands- und Endwert anknüpft. Bei gesellschaftsnahen Strukturen kommen auch Wandlungsrechte in Betracht, die dem Kapitalgeber die Option auf eine Beteiligung geben.
Für den Projektträger ist der Equity Kicker attraktiv, weil er die laufende Zinsbelastung senkt und den Kapitalgeber am Erfolg statt an einem hohen Festzins teilhaben lässt. Der Kapitalgeber wiederum akzeptiert mehr Erfolgsrisiko für die Chance auf eine höhere Gesamtrendite. Bei der Kalkulation muss der erwartete Kicker jedoch realistisch eingepreist werden – im Erfolgsfall kann er die effektiven Kapitalkosten deutlich erhöhen.
Equity Kicker – kurz beantwortet
Was ist ein Equity Kicker?
Eine erfolgsabhängige Zusatzvergütung des Kapitalgebers – etwa eine Beteiligung am Veräußerungsgewinn –, die neben oder statt eines höheren Zinses vereinbart wird.
Wann lohnt sich ein Equity Kicker?
Bei Projekten mit hoher, aber unsicherer Marge, deren laufende Liquidität geschont werden soll. Der Kapitalgeber trägt mehr Erfolgsrisiko und akzeptiert dafür einen niedrigeren Basiszins.
Macht der Equity Kicker die Finanzierung teurer?
Er kann es – im Erfolgsfall. Deshalb muss die erwartete Erfolgsbeteiligung in die effektive Gesamtkostenrechnung einfließen, nicht nur der Basiszins.