MaBV (Makler- und Bauträgerverordnung)
Die MaBV (Makler- und Bauträgerverordnung) regelt in Deutschland, wann und in welchen Raten Bauträger Zahlungen ihrer Käufer entgegennehmen dürfen. Sie schützt die Erwerber und bestimmt zugleich den Liquiditätsrhythmus eines Bauträgerprojekts.

Was die MaBV regelt
Nach der MaBV dürfen Bauträger Käuferzahlungen erst annehmen, wenn bestimmte Sicherungsvoraussetzungen erfüllt sind – etwa die Eintragung einer Auflassungsvormerkung, das Vorliegen der Baugenehmigung und die Freistellung von Grundpfandrechten. Die Zahlungen erfolgen anschließend in bis zu sieben Raten nach Baufortschritt, von den Erdarbeiten über den Rohbau bis zur Fertigstellung.
Diese Regelung schützt Käufer davor, für nicht erbrachte Leistungen zu zahlen. Für den Bauträger bedeutet sie: Die Erlöse fließen erst mit dem Baufortschritt – die Vorleistungen bis dahin müssen anderweitig finanziert sein.
Bedeutung für die Bauträgerfinanzierung
Die MaBV bestimmt den Liquiditätsplan jeder Bauträgerfinanzierung: Der Ratenplan, die Lastenfreistellungserklärungen der Bank und die Freigabelogik müssen so getaktet sein, dass jede Bauphase durchfinanziert ist – auch wenn der Vertrieb langsamer läuft als geplant. Wir modellieren diese Logik im Zahlenwerk, bevor der Kapitalgeber die Unterlagen sieht, und vermeiden so die typischen Rückfragen-Schleifen.
Das Wichtigste in Kürze
- Zweck: Schutz der Käufer bei Bauträgerprojekten.
- Voraussetzungen: Vormerkung, Baugenehmigung, Lastenfreistellung.
- Raten: bis zu sieben, nach Baufortschritt.
- Finanzierung: bestimmt den Liquiditätsrhythmus des Projekts.
Die MaBV-Ratenstruktur im Detail
Die Makler- und Bauträgerverordnung erlaubt die Abrechnung in bis zu sieben Raten, die an den Baufortschritt gekoppelt sind. Die erste Rate (bei Eigentumswohnungen inklusive Grundstücksanteil) wird nach Beginn der Erdarbeiten fällig, weitere Raten folgen nach Rohbaufertigstellung, Dachflächen und Dachrinnen, Rohinstallation, Fassadenarbeiten und schließlich der vollständigen Fertigstellung. Jede Rate darf erst nach Erreichen des jeweiligen Bautenstands angefordert werden – der Käufer zahlt also stets nur für tatsächlich erbrachte Leistungen.
Für die Finanzierung des Bauträgers ist diese Struktur zentral: Sie definiert, wann Liquidität aus Käuferzahlungen zufließt. Die finanzierende Bank muss über Freistellungserklärungen sicherstellen, dass Käufer trotz der Grundschuld lastenfrei erwerben können. Ein sauber modellierter Zusammenspiel aus Ratenplan, Baufortschritt und Bankfreigaben ist die Voraussetzung dafür, dass jede Bauphase durchfinanziert bleibt.
MaBV (Makler- und Bauträgerverordnung) – kurz beantwortet
Was regelt die MaBV?
Sie regelt, wann und in welchen Raten Bauträger Käuferzahlungen annehmen dürfen – gebunden an Sicherungsvoraussetzungen und den Baufortschritt.
Wie viele MaBV-Raten gibt es?
Bis zu sieben Raten nach Baufortschritt, von den Erdarbeiten bis zur vollständigen Fertigstellung.
Warum ist die MaBV für die Finanzierung wichtig?
Weil sie den Zahlungsrhythmus vorgibt: Käufergelder fließen erst mit dem Baufortschritt, die Vorleistungen müssen bis dahin über die Bauträgerfinanzierung gedeckt sein.