Glossar · Immobilienfinanzierung
Forward Funding
Beim Forward Funding steigt der Investor ein, bevor gebaut ist – der Entwickler gewinnt frühe Liquidität, der Investor sichert sich das fertige Objekt.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026 · Geprüft von Jürgen Kronawitter
Wie läuft eine Forward-Funding-Transaktion ab?
Typischerweise erwirbt der Investor zunächst das Grundstück vom Entwickler und zahlt anschließend die Bau- und Entwicklungskosten in Raten nach Baufortschritt – ähnlich der Ratenlogik der MaBV, jedoch frei verhandelt. Der Entwickler bleibt für Planung, Bau und häufig auch Erstvermietung verantwortlich und gibt dafür Fertigstellungs-, Kosten- und teils Mietgarantien ab. Mit Fertigstellung und Abnahme geht das Objekt vollständig auf den Investor über; eine erfolgsabhängige Schlusszahlung honoriert Vermietungsstand und Qualität.
Vorteile und Risiken für beide Seiten
- Entwickler: frühe Entlastung von Grundstücks- und Baukosten, geringerer Bedarf an Eigenkapital und Zwischenfinanzierung, gesicherter Exit – im Gegenzug Abgabe eines Teils der Marge und Übernahme von Garantien.
- Investor: Zugang zu Neubauqualität und Produkt, das am Bestandsmarkt kaum verfügbar ist, Einkauf unterhalb des erwarteten Fertigstellungswerts – im Gegenzug Entwicklungs- und Fertigstellungsrisiken, die über Garantien, Einbehalte und Meilensteine abgesichert werden müssen.
Forward Funding vs. Forward Purchase – und die Finanzierung
Beim Forward Purchase (Forward Deal) wird das Objekt ebenfalls vor Fertigstellung verkauft, der Kaufpreis fließt aber erst bei Übergabe – der Entwickler muss die Bauphase selbst finanzieren, etwa über eine Bauträgerfinanzierung mit Mezzanine-Baustein. Forward Funding ersetzt einen Teil dieser Projektfinanzierung durch Investorenkapital. Welche Struktur wirtschaftlicher ist, hängt von Marge, Zinsniveau und Risikoverteilung ab – wir strukturieren beide Varianten und begleiten die Kapitalgeber- bzw. Investorenansprache im Rahmen unserer Debt Advisory.
Häufige Fragen
Forward Funding – kurz beantwortet
Was ist der Unterschied zwischen Forward Funding und Forward Purchase?
Beim Forward Funding zahlt der Investor bereits während der Bauphase nach Baufortschritt; beim Forward Purchase fließt der Kaufpreis erst bei Fertigstellung. Forward Funding entlastet die Projektfinanzierung des Entwicklers deutlich stärker.
Für welche Projekte eignet sich Forward Funding?
Vor allem für großvolumige Wohn- und Gewerbeentwicklungen mit klarem Produktprofil, an denen institutionelle Investoren früh Planungssicherheit suchen – etwa Mehrfamilienhäuser, Quartiere oder Logistik.
Braucht der Entwickler beim Forward Funding noch eine Finanzierung?
Meist ja, aber deutlich weniger: Grundstücksankauf vor Signing, Planungsphase und Kostenspitzen werden weiterhin zwischenfinanziert – etwa über Bridge Loans oder Mezzanine Kapital.
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